SV "Rot-Weiß" Queckenberg

SV "Rot-Weiß" Queckenberg -

Die 60er – Gründerjahre, Abenteuer, Pionierarbeit und viel Engagement

Der 14. August 1963 geht als besonderes Datum in die Queckenberger Ortschronik ein, trafen sich doch an jenem Tage 32 fußballbegeisterte Herren in dem Lokal Rheindorf in Queckenberg mit einem ganz besonderen Vorhaben. Sie waren es nämlich leid, Fußball nur aus der Ferne sehen zu dürfen bzw. ihr eigenes Können in den Dienst anderer, ortsfremder Vereine stellen zu müssen. Es musste endlich etwas passieren, um diesen Missstand zu beseitigen – FÜR IMMER!!! Und somit wurde in diesen geschichtsträchtigen Stunden der SV Rot Weiß Queckenberg e. V. aus der Taufe gehoben.

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Schwarz auf weiß – die offizielle Bestätigung der Aufnahme des RWQ

 

Ein knappes Jahr später, am 15. Juli 1964, bestätigte der Westdeutsche Fußball-Verband mit beglaubigter Urkunde offiziell die Aufnahme des RWQ in seinen Reihen.

Unten im Tal erntete man von den Städtern meist nur Kopfschütteln, ein mitleidiges Lächeln oder gar den berühmten Scheibenwischer für diesen mutigen Schritt. Doch droben auf dem Berg wagten sich die Mitglieder mit Feuereifer an die Mammutaufgabe, Vereinsstrukturen aufzubauen, „Neue“ zu rekrutieren und ein reges Vereinsleben zu organisieren. Wie auch in der heutigen Zeit musste man die meisten und schwierigsten Kämpfe dabei oftmals abseits des Platzes austragen. Anträge, Genehmigungen und vieles andere mehr bedeuteten unzählige Behördengänge, die meist in erster oder zweiter Instanz in eine Ablehnung mündeten.

Im ersten Jahr nach der Vereinsgründung begnügte man sich vorerst damit, Freundschaftsspiele gegen die Nachbargemeinden zu bestreiten. Dabei mussten sämtliche Begegnungen auf fremden Plätzen ausgetragen werden, da kein eigenes Sportfeld zur Verfügung stand. So wurde bei „Heimspielen“ abwechselnd auf Merzbacher oder Wormersdorfer Asche gegen das runde Leder getreten. Vielleicht lag auch hierin der Grund dafür, dass man sich meist als Punktelieferant und Schießbude einen eher zweifelhaften Ruhm erspielte. Trotz all dieser Widrigkeiten meldete der Vorstand um Johann Bohnen für die Saison 1964/65 eine Seniorenmannschaft. Am ersten Spieltag reiste der „Benjamin“ nach Altendorf-Ersdorf zum dort beheimateten SC.

Die Queckies gingen mit gehörigem Respekt in ihre Punktspielpremiere, kassierte man doch im allerletzten Freundschaftsspiel gegen die Meckenheimer eine heftige 0:17 Klatsche und blamierte sich bis auf die Knochen. Auch für den Gegner stand wohl angesichts dieser Vorzeichen ein Sieg über den Neuling wie in Stein gemeißelt fest. Allerdings hatte der berühmte Fußballgott an jenem Tage schützend seine Hand über die Rot Weißen gehalten: mit einem 5:3 Sieg zeigte man den Gastgebern eine extrem lange Nase. Als erster Torschütze in einem Pflichtspiel geht Erich „Ed“ Mannheller für immer in die Queckenberger Annalen ein. Trotz dieses Auftaktes nach Maß blieb man seiner Linie aus den Freundschaftsspielen in den folgenden Spieljahren treu: die Punkte wurden zumeist artig an den Gegner verteilt. Trotz der anhaltenden sportlichen Flaute blieb das Gros der Mannschaft zusammen und heimste sogar Titel ein: nach Ablauf der Saison 1966/67 führten die Voreifler souverän die erstmals ermittelte Fair-Play-Wertung an. Die Mannschaft musste keinen einzigen Platzverweis hinnehmen und kassierte lediglich einmal den gelben Karton. Dafür überreichte der Kreisverband dem RWQ eine komplette Sportausrüstung im Wert von 250,00 DM. Bis 1970 verteidigte man diese Spitzenposition erfolgreich und blieb in allen vier Spielzeiten weiterhin ohne Platzverweis. Durch die rege Vereinsarbeit und das Zusammengehörigkeitsgefühl der Dorfbewohner wuchs die Mitgliederzahl erfreulicherweise kontinuierlich. Bereits 1966 zählten die Verantwortlichen 68 Vereinsangehörige. Die Verdoppelung innerhalb von drei Jahren durfte man wohl zu Recht als den größten Erfolg der Gründerjahre feiern, angesichts der nach wie vor abenteuerlich anmutenden Strukturen.

n dieser von Pionierarbeit, Idealismus, gemeinnütziger und ehrenamtlicher Tätigkeit geprägten Zeit entpuppte sich Winand Pütz, zweiter Vorsitzender und Queckenberger Ortsbürgermeister, als nimmermüder Vorkämpfer für die Verbesserung der Infrastruktur. Vor allem seinem Einsatz in zahllosen Debatten und Stadtratssitzungen ist es zu verdanken, dass 1971 endlich ein Rasenplatz zwischen den Ortschaften Queckenberg und Eichen eingeweiht werden konnte. Seit dem notwendigen Beschluss in einer Ratssitzung vom 26. Januar 1968 bis zur endgültigen „Schlüsselübergabe“ vergingen also dreieinhalb Jahre. Der heute als Monte Queck bzw. Mount Queck weit über die Dorfgrenzen hinaus bekannte und berüchtigte Fußballberg hätte wohl ohne die großzügige Grundstücksspende der Familie Mauel niemals an diesem wunderschönen Fleckchen Erde entstehen können. Die Kosten für die Errichtung beliefen sich auf 200.000,00 DM, davon erbrachte der Verein 30.000,00 DM in Eigenleistung. Angesichts jener Sternstunde im Sommer `71 geriet die Auszeichnung für den fünften Fairnesspokal in Folge etwas zur Nebensache.

Das Einweihungsspiel gegen den FC Flerzheim II musste aufgrund mangelhafter Terminabsprachen zwischen Stadtverwaltung und den zuständigen parlamentarischen Gremien verschoben werden und fand erst am 22. August 1971 statt. Das eigentlich extra für diesen Anlass geplante Sommerfest inkl. Sportlerball stieg bereits am 05.08. und folglich ohne die offiziellen Krawattenträger. Über das Endergebnis streiten sich auch heute noch die Geister. Während die Bonner Rundschau von einer 1:5 Pleite sprach, wusste der Generalanzeiger sogar über eine 1:6 Niederlage zu berichten. Vielleicht lag es ja an den 400 Litern Bier, die man (und frau) vor, während und nach dem Match konsumierte, dass solch unterschiedliche Meldungen an die Presse weitergeleitet wurden…

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Endlich ein Zuhause für den Verein – das neue Prunkstück von Queckenberg

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Zur Sportplatzübergabe geben sich die Stadtväter persönlich die Ehre

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