SV "Rot-Weiß" Queckenberg

SV "Rot-Weiß" Queckenberg -

Die Leiden des Uwe L.

Im seinem zweiten Rückrundenspiel gastierte der SV Rot Weiß Queckenberg bei dem FC Pech II, vor der Begegnung auf Rang 3 rangierend. Die Lohaus-Truppe wollte am Gudenauerweg gleich mehrere Negativ-Serien beenden. Zum einen wartet man seit 10 Spielen sehnsüchtig auf den zweiten Dreier und saisonübergreifend gar seit über 9 Monaten auf einen Sieg in der Fremde. Und als wären diese Statistiken nicht schon grausam genug, reiht sich der direkte Vergleich mit dem Gegner nahtlos in diese schwarze Serie ein: in fünf Begegnungen seit der Saison 2011/12 stehen ernüchternde 3 Remis und 2 Niederlagen bei 7:10 Toren auf der „Habenseite“! Mit einem Sieg konnte man also Kinder-Überraschungsei-Verdächtig gleich drei Dinge auf einmal haben!
Doch das böse Omen der Statistiken sollte sich wie ein schwarzes Tuch auf den Ausgang der Partie legen. Am Ende baute der RWQ mit einer deutlichen 6:3 Niederlage alle drei Serien auf beeindruckende Weise aus. Leider spiegeln die nackten Zahlen nicht im Ansatz Spielverlauf und Spielanteile wider. So verzeichnete der schreibtüchtige Statistiker im ersten Durchgang ein Torschussverhältnis von 4:12 für die Madbach-Kerle; das Halbzeitergebnis von 4:2 zugunsten der nur mit langen Bällen agierenden Gastgeber belegte jedoch einmal mehr die chronische Abschlussschwäche der rot-weißen. Dazu muss unbedingt angemerkt werden, dass absolut jede Einschussmöglichkeit der Gäste wunderschön heraus gespielt wurde. Als Dreh- und Angelpunkt drückte dabei vor allem der äußerst umtriebige Leifer dem kombinationssicheren Angriffsspiel der Voreifler seinen Stempel auf. Doch der Sturmabteilung versagten ein ums andere mal die Nerven und das fahrlässige Auslassen teilweise tausendprozentiger Torchancen vergrößerte einmal mehr die Leiden des Uwe Lohaus. Dagegen stachen die Einheimischen zweimal eiskalt, als die komplette Hintermannschaft des RWQ zum Toreschießen einlud (02./23.). Mit einem Doppelschlag und seinen ersten beiden Saisontoren lies Bosporus-Bomber Degirmen die gute Laune bei den Einheimischen allerdings wieder auf Tiefkühltemperatur sinken. Zunächst verwandelte er eiskalt einen Handelfmeter, bevor er eine traumhafte Geimer-Klemm-Ballstafette zum umjubelten und hoch verdienten Ausgleich in die Maschen hämmerte. Danach spielte sich Queckenberg mehr und mehr in einen Fußballrausch, besaß Chancen genug, um hier recht früh die Fronten zu klären. Doch es kam mal wieder, was kommen musste: binnen 120 Sekunden stellten die abgezockten Pecher den Spielverlauf vollkommen auf den Kopf, profitierten dabei abermals von schlampigem Abwehrverhalten (42./44.) und ließen dabei noch eine Elfmeterchance ungenutzt.
In der Pause konnte der Trainer nur an die hervorragende Spielweise seiner Jungs erinnern, verbunden mit der Hoffnung, dass ein schneller Anschlusstreffer die Queckies noch einmal zurück ins Spiel finden ließe. Doch während der ersten 25 Minuten spürte man, dass der Tiefschlag kurz vor dem Halbzeitpfiff einem Knockout glich. Schwer angeschlagen schleppte man sich über den Kunstrasen und bestaunte dabei, teilweise benommen und absolut besinnungslos, zwei weitere Treffer der Einheimischen, die gegen den am Boden liegenden Gegner zum vernichtenden Punch ansetzten (66./69.). In dieser Phase war es vor allem dem Capitano zwischen den Pfosten zu verdanken, dass er mit scheinbar 20 Armen und katzenartigen Reflexen schlimmeres verhinderte. Schließlich kratzte noch von Sturm für den bereits geschlagenen Watty die Kugel von der Linie. Das 6:3 durch Ugur per Foulelfmeter (82.) konnte vielleicht die allergrößten Wunden leicht abkühlen, bedeutete jedoch lediglich Ergebniskosmetik. Zwar suchte auch der RWQ nochmals sein Heil in der Offensive, doch der Drops war bereits gelutscht.
Obwohl sie Siegestrauben an jenem Sonntag nicht sehr hoch hingen, und der RWQ diese süßen Früchte bereits in der Hand hatte, verstand er es wieder einmal nicht, sie zu pflücken. Doch nur vom anschauen wird man eben nicht satt, auch nicht in der Kreisliga D. So wartet man weiterhin auf ein Erfolgserlebnis und hofft, dieses am 20.03. im Lokalderby gegen die dritte Vertretung von Lieblingserzfeind 1. FC Rheinbach endlich einzufahren. Anstoß ist wie immer um 15:00 Uhr.
Aufstellung:
P. Watty – Breuer, Declair, Kaya, von Sturm – Becker, Leifer, Klemm, Rau – Geimer, Degirmen

Verstärkung: Heinrichs, Jakobs
Eiserne Reserve: Braun

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Das alte Lied….

Zum Rückrundenauftakt der Kreisliga D hatten die Vertretungen von VfL Meckenheim III und SV Rot Weiß Queckenberg die glorreiche Wahl zwischen Pest und Cholera: entweder spielte man auf einem rutschig-glitschigen mit zahllosen, gut getarnten, Löchern übersäten Naturrasen im altehrwürdigen Preuschoff-Stadion. Oder man setzte sich der Gefahr aus, auf dem benachbarten Tennenplatz sämtliche Gräten zu brechen; machte doch das knüppelhart gefrorene „Geläuf“ seiner Bezeichnung Hartplatz an jenem eiskalten Sonntagmorgen alle Ehre! Letztlich entschieden sich die Verantwortlichen dafür, die Meckenheimer Asche weich zu treten.

In einem Spiel, in dem es teilweise mehr darum ging, gute Haltungsnoten im Anlaufen, Abstoppen oder bei der Ballannahme zu erhalten, erspielte sich die Lohaus-Truppe schnell ein leichtes Übergewicht. Der RWQ, gegenüber der Hinrunde auf einigen Positionen leicht geändert, spielte forsch nach vorn und nistete sich recht bald am VfL-Strafraum ein. Und wenn dann tatsächlich einmal, trotz der katastrophalen Platzverhältnisse, das Bällchen gekonnt über mehrere Stationen nach vorn getragen wurde, zauberten die Queckies ihrem Anhang ein ums andere Mal den Torschrei auf die Lippen. Doch das altbekannte Lied der vergebenen Großchancen aus den vergangenen Spielzeiten wurde einmal mehr auch zu Beginn des Jahres 2016 angestimmt. Egal, ob Geimer, Heiliger oder Neuzugang Degirmen – der kompletten Offensivabteilung versagten einmal mehr vor dem Kasten die Nerven. Und so mussten sich alle höflich beim “alten“ Weinand bedanken, dass dieser zweimal mächtig auf der Hut war, und die auf Konterchancen lauernden Gastgeber in höchster Not stoppte. Mit dem Spiel konnten alle rot-weißen mehr als zufrieden sein, allein das unnötige 0:0 zur Halbzeitpause trübte ein wenig die Stimmung.

Auch im zweiten Durchgang das gleiche Bild: vorn versemmelte man beste Einschussmöglichkeiten, hinten hielten der Volkssturm um Frank und Weinand sowie Abwehrchef Declair den Laden dicht. Außerdem gefiel Arlt im defensiven Mittelfeld mit einer großartigen Zweikampfquote sowie vielen klug durchgesteckten Bällen in die Spitze. Nach 58 Minuten war dann endlich Schluss mit lustig. Der äußerst agile Klemm verwertete ein gekonntes Zuspiel von Sturms und schweißte eiskalt die hochverdiente Führung ein. Zwar gönnten sich die Voreifler unmittelbar danach wieder einmal ihr übliches Nickerchen, doch in dieser Phase waren die Meckenheimer nicht entschlossen genug. Als dann die Gäste das Zepter wieder fester in die Hand zu nehmen schienen, und man schon am Auswärtssieg schnuppern wollte, vermieste ein unnötiger Freistoß sowie ein Stellungsfehler in der rot-weißen Hintermannschaft Trainer, Fans und Spielern gehörig den Restsonntag (65.). Da den Gästen auch in den letzten 25 Minuten zu wenig einfiel, um, trotz weiterer guter Einschussmöglichkeiten, noch den Siegtreffer zu erzielen blieb es wie schon im Hinspiel bei einer schiedlich-friedlichen Punkteteilung.

Noch ein Wort zum Schiedsrichter (der allerdings keine Schuld am Queckenberger Chancentod war): zumindest zog er seine Linie konsequent gegenüber beiden Mannschaften durch, jeden, aber wirklich auch jeden, langen Ball in die Tiefe mit einem Abseitspfiff zu unterbrechen. Warum er allerdings genau in dem Moment das Spiel abpfiff, als Geimer mit der Kirsche am Fuß in den Meckenheimer Strafraum einfiel, im Begriff einen der aussichtsreich postierten Heiliger, Degirmen oder Becker zu bedienen, wird wohl für immer das Geheimnis des schwarzen Mannes bleiben. Aufgrund der Spielpause am nächsten Sonntag haben die Männer vom Mount Queck genug Zeit, das Toreschießen zu üben, um bei der nächsten Auswärtsaufgabe bei FC Pech II am 13.03.2016 mehr Zählbares mit an die Madbach zu entführen.

Aufstellung:

Weinand – Rau, Declair, Frank, von Sturm – Becker, Arlt, Klemm, Geimer – Heiliger, Degirmen

 

Verstärkung: P. Watty

Eiserne Reserve: Jakobs

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D-Liga Hallenturnier

Hallenturnier

Fußball Hallenturnier für – 2 x 6 Mannschaften

Am Sonntag, 21. Februar 2016

in Sporthalle, Berliner Straße, 53359 Rheinbach

Vorrunde

Uhrzeit: 09:30 Uhr Spielzeit: 1 x 12 min Wechselzeit: 3 min

Endrunde

Uhrzeit: 17:15 Uhr Spielzeit: 1 x 12 min Wechselzeit: 3 min

 

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Der Ritt auf dem Schmetterling – Sommerinterview mit Jürgen Kurek

Am 15.12. traf sich ein Reporter des unabhängigen und unregelmäßig erscheinenden Madbachecho (ME) mit dem Macher von der Alm, Jürgen Kurek (JK), und beleuchtete die Hinrunde 2015/16 des SV Rot Weiß Queckenberg.

 

ME: Herr Kurek…

JK: Bitte, eins vorweg: ich bin der Jürgen und möchte gern auf die Förmlichkeiten verzichten.

 

ME: Oh, sehr schön, dann wird das ein entspanntes Plaudern über Fußball. Also, Jürgen, wir schreiben Dezember, warum bestehen Sie, äh, `tschuldigung, warum bestehst du auf ein Sommerinterview?

JK (lächelt verschmitzt): Erstens, scheint in meinem Fußballherzen immer die Sonne. Und zweitens, ein Winterinterview im Dezember kann ja jeder geben. Aber wir hier oben sind halt etwas anders.

 

ME: Ja, das haben wir auch schon vielerorts gehört. Angesichts der doch sehr holprig verlaufenen Hinrunde sei die Frage gestattet – Jürgen, warum lächelst Du?

JK: Die Frage wird mir oft gestellt. Wenn ich merke, dass derjenige gar kein Interesse an einer ernsthaften Antwort hat, entgegne ich immer: ich bin der Chef vom SV Hollywood aus der Voreifel, und da wird gelacht anstatt geschafft. Aber wenn mein Gegenüber wirklich wissen möchte, was mich ständig antreibt und meine positive Einstellung immer wieder aufs Neue entfacht, der bekommt zu hören: Weil es keinen Grund gibt, den Kopf in den Sand zu stecken. Natürlich sind wir mit dem sportlichen Abschneiden extrem unzufrieden. Wir hatten mal wieder extrem große Unruhe und viele kleine Scharmützel, vor allem neben dem Spielfeld, zu bestreiten. Da kommt die Konzentration auf den Fußball und den Spielbetrieb leider viel zu kurz. Vor allem das extrem schnell rotierende Personalkarussell in fast allen Bereichen hat uns den Blick auf den Wettbewerb und den Spielbetrieb sehr verbaut.

 

ME: Das hört und liest man schon lange über Euch. Aber der Kurek geht trotzdem weiter seinen Weg mit einem Lächeln im Gesicht, warum?

JK: Klar, schau dich hier oben um (zeigt stolz mit einer ausladenden Armbewegung über den ganzen Sportplatz). Hier fühle ich mich einfach nur sauwohl. Dazu bin ich nur ein Rädchen in einem einmaligen System, um das uns viele der ringsum beheimateten Vereine beneiden, die allesamt höherklassig spielen. Angefangen bei unseren fabulösen Grillhexen Petra und Nicole über den zuverlässigen Ältestenrat um Heinrich Kessel, Erwin Genz, Udo Klütsch und Uli Mack bis hin zu dem meist unsichtbar im Hintergrund agierenden und trotzdem allgegenwärtigen Kunze verfügt der RWQ über ganz treue, nimmermüde Seelen, die das Vereinswappen nicht nur auf der Brust tragen, sondern tief in ihrem Herzen. Mit so viel positiver Beklopptheit im Umfeld der Mannschaft kann man, nein, muss man einfach immer weiter nach vorn schauen.

 

ME: In der Tat, solch Engagement in einem so kleinen Dörfchen bei einem D-Ligisten – das sind wahrlich Bedingungen, die man heute nicht mehr allzu oft antrifft, schon gar nicht in dieser Stärke.

JK: Und da bin ich noch nicht am Ende. Schau dir mal an, welch illustre Starbesetzung mitunter unsere Ersatzbank zu bieten hat. Namen wie Alex Frank, Thomas Weinand, Stefan Kurek oder Emil Themel nehmen immer wieder darauf Platz – daraus könnte ich mir schon fast eine RWQ – Hall of Fame zurecht basteln (muss dabei grinsen). Die drei erstgenannten haben übrigens in unserem Pokalfight gegen den Landesligisten Rot Weiß Merl über die volle Distanz ihre doch schon etwas betagten Körper geschunden und sammelten fleißig Reibekuchen, Platzwunden und Pferdeküsse. Das am Ende standesgemäße 0:10 konnten aber auch diese treuen Recken nicht verhindern. Übrigens musste ich in der Woche danach beinahe täglich Beschwerden der jeweiligen Ehefrauen ertragen, da die Kerle ihren familiären Verpflichtungen nur genügend bis teilweise sogar ungenügend nachkommen konnten (prustet los vor Lachen). Sorry, darf das in Eurem Blatt erscheinen?

 

ME: Klar, wir sind unabhängig! Also trotz 0:10 und dem Pokalaus zufrieden mit diesem Auftakt?

JK (immer noch lachend, wischt sich die Tränen aus den Augen): Definitiv. Wir begrüßten zu diesem Fußballfest fast 100 Zuschauer am Eichener Weg, das ist Rekord, seitdem wir 2011 den Neuanfang wagten. Und viele der angereisten Gästefans bedankten sich für die einmalige Gastfreundlichkeit und den kaum für möglich gehaltenen Service. Auch ich möchte mich hier an dieser Stelle nochmal bei den bereits vorhin genannten Unterstützern bedanken, die vor dem Spiel mit viel Engagement und ungeheurem Aufwand ein solch gelungenes Spektakel erst möglich gemacht haben.

 

ME: Okay, nach diesem, mit deinen Worten, gelungenen Auftakt begann auch der Ligabetrieb recht vielversprechend!

JK: Ja, in der Tat. Wir starteten mit vier Punkten aus den ersten beiden Partien und lagen absolut im Soll. Auch in der vierten Runde wehrten wir uns tapfer und in Sachen Einstellung und Moral konnte ich den Jungs im Auswärtsspiel gegen Wachtberg III keinen Vorwurf machen. Wenn du allerdings ab der 30. Minute verletzungsbedingt nur noch 10 Mann auf dem Platz hast, und einer davon normalerweise seinen Stammplatz als Betreuer an der Außenlinie inne hat, ist die 5:3 Niederlage ein absolut respektables Ergebnis.

ME: Was zu diesem Zeitpunkt noch keiner ahnen konnte bzw. befürchten musste: der Sieg zum Saisonauftakt sollte euer letzter in der ganzen Hinrunde sein. Außerdem bildete der einstmals so gefürchtete Mount Queck nicht ein einziges Mal die gewohnte Heimfestung, lediglich 3 Unentschieden stehen hier auf der Habenseite. Was meinst Du, wo lagen die Gründe für den langsamen aber stetigen Abwärtstrend, der Euch bis auf den drittletzten Platz hinunter spülte?

JK (nun mit deutlich ernsterer Mine): Das kann man nicht in zwei oder drei Sätzen beschreiben. Da muss ich etwas ausholen.

 

ME: Gerne, ich bin sehr neugierig und habe Zeit.

JK: Wenn du unseren Kader anschaust, dann ist der qualitativ gar nicht so schlecht besetzt. Aber in der Breite haben wir ein absolutes Manko! Während wir teilweise gegen zweite oder dritte Begegnungen spielen, bei denen die Ersatzbank unter der Masse an Reservespielern beinahe zusammenbricht, können wir uns auf die Schultern klopfen, wenn 14 Mann an Bord sind. Dazu musst du bedenken, dass aufgrund von familiären oder beruflichen Gründen nicht immer alle Spieler am Training teilnehmen können; bei einer Beteiligung von 8 Mann reden wir auf der Alm schon vom Idealzustand…

 

ME: Meine Fresse…

JK: Jaja, so sieht es aus, das ist die Realität aufm Mount Queck. Sicherlich ein Grund dafür, weshalb unser Trainer, Daniel Abeling, der sehr erfolgshungrig in die Saison gestartet ist, nach drei Runden die Brocken hingeschmissen hat. Nun standen wir, wieder einmal, ohne Übungsleiter da, zeigten aber für meine Begriffe in dieser Zeit teilweise sehr gute Leistungen. Der spielstarken Reserven von Pech, immerhin zu diesem Zeitpunkt Spitzenreiter, trotzten wir ein hoch verdientes 1:1 ab. Gegen die technisch überlegene zweite Vertretung von AlHilal drehten wir ein 0:2 in eine 3:2 Führung und mussten dann aber nach extrem fragwürdigen Entscheidungen des „schwarzen Mannes“ eine ganz bittere 3:4 Heimpleite hinnehmen. Unvergessen bleibt jedoch für mich unsere furiose, spektakuläre Highspeed-Vorstellung in Flerzheim, als Klemm mit einem 25-Meter-Geschoss kurz vor Ultimo den 2:2 Ausgleich einschweißte. Wahrscheinlich waren es diese Leistungen schuld, weshalb der VfL Rheinbach seine zweite Garnitur mit gleich drei (!!!!) Landesligaspielern in die Niederungen der Kreisliga D schickte. Und diesem Starensemble gaben wir eine 50-minütige Denksportaufgabe. Leider wurde dann unser Rätsel aufgelöst und die „Profis“ machten in der 1:5 Heimniederlage den Unterschied aus!

 

ME: Hört sich wirklich nicht nach Tristesse oder gar Untergangsstimmung an. Und dann übernahm mit Uwe Lohaus der neue alte Chef das Kommando auf der Trainerbank, und alles sollte eigentlich nur noch besser werden, oder?

JK (etwas angesäuert): Ich weiß, worauf du hinaus willst. Ja, solche Geschichten habe ich dann auch ständig rund um Rheinbach gehört. Aber das kann und will und darf ich so nicht stehen lassen! Uwe macht einen fantastischen Job. Die Jungs spüren im Training und auch im Spiel, dass hier ein Fachmann an der Seitenlinie steht mit extrem viel Herzblut und Sachverstand. Natürlich ist vor allem er selbst mit einer Bilanz von 2 Punkten aus vier Spielen überhaupt nicht zufrieden. Aber wenn man z. B. in Oberdrees mit einem (gefühlten) 15:2 Torschussverhältnis 2:1 verliert, kann man dieses Resultat nicht dem Trainer zum Vorwurf machen, zumal er zu dem Zeitpunkt gerade einmal eine Trainingseinheit absolviert hatte, um sich ein Bild von dem Kader zu verschaffen. Gegen Villip wurde der RWQ mal wieder seinem Ruf als launische Diva mehr als gerecht: einem völlig verdienten 0:4 Halbzeitrückstand folgte danach ein rot-weißer Fußballrausch, in dem definitiv mehr drin war als das 4:4 Endresultat. Und bei dem 3:3 auf der Wiese zu Fritzdorf fiel der Ausgleich, ähnlich wie in Oberdrees, erst in der Nachspielzeit…. Wir müssen endlich kapieren, dass ein Spiel eben nicht 90 sondern teilweise auch mal 95 Minuten dauern kann; sorry Herr Herberger, die Zeiten ändern sich halt.

 

ME: Und die Abstrafung in Niederbachem…

JK (nun doch erregt): …Moment, sorry dass ich hier dazwischen grätsche. Aber das nackte Ergebnis (0:8, Anm. d. Red.) ist eben auch nur die halbe Wahrheit. Bis zur 60. Spielminute konnten wir das extrem hohe technische Niveau des Gegners durch enorme Lauf- und Einsatzbereitschaft wettmachen. Erst in der letzten halben Stunde ging uns dann die Puste aus, und wir wurden schließlich förmlich überrannt, nicht zu vergessen, dass unser Torwart ab der 35. Minute mit gebrochenem Finger seinen Kasten hütete. Leider verabschiedeten wir uns mit dieser bitteren Niederlage in die Winterpause. Nun heißt es Wunden lecken und Kraft und Selbstvertrauen für die Rückrunde tanken.

 

ME: Wie sieht der Fahrplan denn aus für 2016, welche Ziele haben denn die Kurek, Lohaus und Co?

JK: Am 03.01. nehmen wir an der Hallenstadtmeisterschaft teil und wollen als einziger D-Ligist einen kleinen Farbtupfer darstellen. Am 21.02. veranstalten wir unseren eigenen Budenzauber, der eine Woche vor Rückrundenbeginn eine kleine Standortbestimmung darstellen soll. Ansonsten sind hier oben realistisch genug, um keine Luftschlösser zu bauen. Die oberste Priorität hat mittlerweile die Sicherung des Spielbetriebes, angesichts unseres schmalen Kaders kann man das schon fast mit Meisterschaftsambitionen von Schalke 04 vergleichen. Nein, im Ernst: wir wissen um die Schwere dieser Aufgabe und gehen sie daher umso engagierter an. Und ich versichere dir, dass Lohaus und Kurek und all die treuen RWQ-ler diesen Weg Schulter an Schulter gemeinsam gehen. Das kleine gallische Dorf wird sich gegen das (römische) Imperium der Kunstrasenplätze nicht wehrlos ergeben, sondern die rot-weiße Fackel stolz und hoch erhobenen Hauptes und hell lodernd durch die Lande des Fußballkreises Bonn tragen!

 

ME: Sehr schön, dann können wir ja im Sommer ein Winterinterview machen. Noch ein Abschlusswort von dir?

JK: Ja, drei Punkte liegen mir noch extrem am Herzen, die ich unbedingt loswerden möchte: Ralf Becker – vielen Dank für dein jahrelanges unermüdliches Kämpfen um den Erhalt der Fußballtradition am Monte Queck! Ferdi – du bist ne Wucht. Wer sonntags um kurz nach Mitternacht das Flutlicht anschaltet, um den Platz abzukreiden und abzuziehen, wer quasi zur Geisterstunde die halbe Voreifel umpflügt, Rasen mäht und Verschönerungsarbeiten durchführt, der kann nur Vorsitzender beim RWQ sein! Und schließlich Patrick Geimer, die schnellste Maus von NRW – der Düsentrieb von der Madbach bestritt am 04. Oktober gegen AlHilal sein 100. Punktspiel und ist mit derzeit 106 Einsätzen der Rekordhalter in Queckenberg. Dicht auf den Fersen sind ihm die Urgesteine Becker und Declair (93 bzw. 91 Begegnungen). Beide unkaputtbaren Haudegen können also in der Rückrunde ebenfalls die magische Hundert knacken. In diesem Sinne: VIVA RWQ – FÜR IMMER!

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Rot-Weiße Kannibalen an der Madbach

Das Kellerduell am ersten Adventssonntag zwischen dem SV Rot Weiß Queckenberg und dem SC Villip war definitiv Gift für Leute mit einem schwachen Gemüt oder die an Kreislaufproblemen leiden. Für das letzte Heimspiel hatten sich die Queckies nicht weniger als den ersten Dreier in dieser Saison auf dem Mount Queck überhaupt auf ihre Fahnen geschrieben, gleichbedeutend mit dem ersten Sieg seit 3 Monaten.
Das man am Ende über wenigstens einen Punkt richtig zufrieden sein durfte, lag an einer völlig indiskutablen Vorstellung während der ersten 45 Minuten. Der Tabellenletzte reiste mit einer Empfehlung von lediglich 3 Unentschieden und 9 Toren auf die Queckenberger Alm. Entsprechend offensiv schwor Lohaus seine Truppe auf die bevorstehende Aufgabe ein. Doch was seine Schützlinge in Durchgang eins boten, hatte mit Fußball nicht im Ansatz etwas zu tun! In allen Bereichen fehlte es an Spritzigkeit, Fußballverstand, Siegermentalität und mannschaftlicher Geschlossenheit. Vielmehr sah man elf Kicker auf dem Platz, die zu oft nur hinterherliefen, die viel zu selten das Auge für den freistehenden Nebenmann hatten und dadurch dem auch nur zaghaft und unsicher agierenden Gast kaum Paroli bieten konnten. Den drei Gegentreffern (19., 25., 34.) gingen jeweils individuelle Fehler voraus. Und so kam es, dass zur Halbzeit die Mannschaft führte, die auch als solche auftrat und weniger grobe Fehler produzierte.
Bei der nun fälligen Kabinenpredigt ließ Lohaus Gnade vor Recht ergehen und appellierte vielmehr an das Gewissen seiner Jungs, sich hier vor den Augen der eigenen Fans nicht abschlachten zu lassen. Was kaum noch für möglich gehalten wurde, angesichts der vorangegangenen totalen Arbeitsverweigerung, sollte dann tatsächlich eintreten. Auf einmal standen da elf rot-weiße Kannibalen auf der Queckenberger Asche, gierig nach Toren und Punkten, giftig, gallig und vom Ehrgeiz getrieben, allzeit bereit den Gegner förmlich aufzufressen! Den größten Hunger entwickelte dabei Geimer. Nach über 440 Minuten beendete der Wirbelsturm aus der Voreifel endlich seine Torflaute und läutete eine Aufholjagd ein, an die man zu diesem Zeitpunkt nur vage glauben mochte (54.). Nur für ganz kurze Zeit stellte Villip den alten Abstand noch einmal her, ehe erneut Geimer auf 2:4 verkürzen konnte (59./60.). Jetzt tobte die RWQ-Sturmabteilung mit den aufkommenden Herbstwinden um die Wette und die sich dezimierenden Gäste wurden am eigenen Strafraum immer mehr eingeschnürt und unter Dauerfeuer gelegt. Als Bellinghausen´s Fackel aus ca. 25 Metern im SC-Gehäuse einschlug, war der bereits verloren geglaubte Punkt wieder zum Greifen nahe. In der 84. Minute zerlegte dann ein Tiki-Taka-Doppelpass die komplette Villiper Hintermannschaft, und Markus Becker zauberte mit seinem ersten Saisontreffer den erlösenden Urschrei von der Madbach auf die Lippen der mitfiebernden Fans. Danach war noch genug Zeit, um gar den Spieß ganz herumzudrehen. Doch die Beine wurden nun etwas schwer und die Konzentration ließ zunehmend nach. Trotzdem boten sich weitere Möglichkeiten, um am Ende dem Gegner den Todesstoß zu versetzen. Doch aufgrund der völlig desolaten „Leistung“ in der ersten Halbzeit ist das Remis ein gerechtes Ergebnis. Ein Wort noch zu dem Schiedsrichter: wer mit 15 (!!!) Jahren so souverän und umsichtig agiert, wer in diesem Alter gestandenen Kreisliga-Haudegen so abgeklärt gegenübertritt, der hat ein Extralob verdient!
Die Queckies indes warten nun saisonübergreifend seit 8 Heimspielen auf einen Dreier zu Hause. Vielleicht kann man sich dafür am letzten Spieltag in Niederbachem der zweite Auswärtssieg. Anstoß ist am Nikolaustag bereits um 10:30 Uhr.
Aufstellung:
P. Watty – Heinrichs, Declair, Winkel, von Sturm – Becker, Arlt, Klemm, Bellinghausen, Rau – Geimer

Verstärkung: Leifer, Coskun, Kurek
Eiserne Reserve: Breuer

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